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Fußball brutal – Gewalt auf und neben dem Platz?

Abgelegt unter Sport by Redaktion am 07. April 2015

ARD: Fußball brutalFußball ist eigentlich ein friedliches Spiel. Mit Regeln, die es so oder so ähnlich schon vor Generationen gab, mit dem Bekenntnis zum Fairplay und damit zur Gewaltlosigkeit. Und doch ist Randale ein Begleiter des Fußballs, was die Funktionäre erzürnt und von der Mehrzahl der Zuschauer abgelehnt wird. Auf den Rängen werden die gefährlichen bengalischen Feuer abgebrannt und vor den Stadion prügeln sich die sogenannten Fans mit Polizisten oder den Sympathisanten der gegnerischen Mannschaft. Dies ist eine Entwicklung, die sich wie ein Schwelbrand über den Fußball legt und ihm auf Dauer erheblichen Schaden zufügen kann. Denn schon heute erlauben zahlreiche Eltern ihren Kindern nicht mehr den Besuch eines Fußballspiels.

Dynamo Dresden und die Geisterspiele

Die ARD sendet am 7. April 2015 einen Beitrag unter dem Titel „Fußball brutal“ und thematisiert damit eine Fan-Szene, die bedenklich stimmt. Denn das Phänomen der Gewalt im Umfeld des Sports ist keineswegs auf die Leistungsspitze beschränkt und sie ist auch nicht regional einzuordnen. Obwohl manches danach ausschaut, dass es in den Neuen Bundesländern häufiger zu Ausschreitungen kommt als im Westen der Republik. Dynamo Dresden ist ein Negativbeispiel, denn der Verein wird immer wieder zum Opfer seines eigenen Anhangs und hat das in der Vergangenheit schon bitter bereut. Der Verein wurde vom DFB und der Deutschen Fußball-Liga zu Geldstrafen und den sogenannten „Geisterspielen“ verurteilt.

Die rechte Szene bereitet Sorgen

Aber auch bei den alteingesessenen Vereinen der Fußball-Bundesliga gibt es eine Szene, die zur Gewaltbereitschaft neigt. Borussia Dortmund hat mittlerweile einen Teil seines sonst so begeisterungsfähigen Anhangs geächtet und ihm mit Sanktionen gedroht. Die Prügeleien finden meist außerhalb des stimmungsvollen Dortmunder Fußball-„Tempels“ statt, wobei es offenbar eine weitere Entwicklung gibt, die den Ordnungskräften und den Vereinen Sorgen bereitet. Gruppierungen, die dem rechten politischen Rand zuzuordnen sind, haben danach erkannt, dass sie durch den Fußball ein Forum finden, um auf sich aufmerksam zu machen. Denn die Medien sind nun mal Partner und Begleiter der Bundesliga, und fast alle Ausschreitungen der Fans werden via Fernsehen in die Haushalte transportiert. Schalke 04 will einen Fan regresspflichtig machen, der kürzlich ein Feuerzeug warf und einen Trainer verletzte.

Vermummte stürmten den Platz

Wer allerdings glaubt, Randale sei ein Phänomen der Bundesliga, der irrt gewaltig. Unlängst wurde die Begegnung zweier Altherrenmannschaften in Köpenick vom Schiedsrichter abgebrochen, als dreißig Vermummte den Platz stürmten und einige Spieler verprügelten. Die ließen sich dann im Krankenhaus behandeln. Die Polizei traf zu spät ein und schrieb Anzeigen gegen Unbekannt wegen des Landfriedensbruchs. In der dritten Liga bewarfen Ultras des VfL Osnabrück den Mannschaftsbus von Fortuna Köln mit Eimern. Vor ein paar Jahren detonierte im Stadion Bremer Brücke in Osnabrück ein Böller und verletzte mehrere Polizisten. Der Täter aus Münster wurde ermittelt und verbüßt noch immer eine mehrjährige Haftstrafe.

Prügel auf dem Weg zum Parkplatz

Nicht selten kommt es in den unteren Amateurligen des deutschen Fußballs zu heftigen Ausschreitungen zwischen Migranten-Mannschaften. Manche Spieler betrachten dabei offensichtlich den Sport als eine Art „Ersatzkrieg“ und als Spielwiese ihrer Aggressivität. Die Verbände sprachen bereits lebenslängliche Sperren aus. Bei einem dieser Spieler wurde der Schiedsrichter tätlich angegriffen. Aber selbst vor Jugendspielen macht die Gewaltbereitschaft nicht Halt. In der A-Jugend-Kreisklasse Offenbach standen sich SSG Gravenbruch und TSV Heusenstamm gegenüber. Auf dem Weg zum Parkplatz wurden die Nachwuchsspieler der Gästemannschaft attackiert. Ein Vater, der seinen Sohn begleitete, erlitt einen Schädelbasisbruch. Auch hier trat die Polizei zu spät in Erscheinung. Offenbar ist der Fußball für manche Fans so etwas wie ein rechtsfreier Raum.

 



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